KrimiMeldungen 18092017, 13.06 Uhr

Nachrichten:

www.das-syndikat.com
Jury gibt die Shortlist des Crime Cologne Award 2017 bekannt – Sonderpreis geht an Friedrich Ani

www.stern.de
Krimi-Gipfeltreffen: Promis und Experten bei «Tatort Eifel»
„Daun – Sie haben eines gemeinsam: das Interesse am Verbrechen. Aus allen Teilen Deutschlands kommen sie zusammen – sie planen Morde, machen Schießtraining und überlegen, wie sie Totschlag noch spannender machen können.“

www.buecher.at
Alex Beer gewinnt den Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur

Printmedien online:

Sylvia Staude auf www.fr.de
Der Polizist, der den Kollegen nicht trauen kann
„David Whish-Wilsons dunkel-beklemmender Korruptions-Thriller „Die Ratten von Perth“.“

Sylvia Staude auf www.fr.de
Und immer bleiben Schatten
„In „Ermordung des Glücks“ erzählt der Münchner Krimiautor Friedrich Ani von Eltern, die ihr Kind verlieren.“

Elmar Krekeler auf www.welt.de
Der alte Westen ist tot, er weiß es nur noch nicht
„Konnten früher nur Amerikaner. Schmutzige, weltgültige Romane aus, über die Provinz schreiben. Geht jetzt auch in Deutschland. Sven Heucherts Thriller „Dunkels Gesetz“ ist „Landlust“ für Schwarzseher.“

Lukas Jenkner auf www.stuttgarter-zeitung.de
Schauerliches für Angsthasen
Emma Garnier: Grandhotel Angst
„Emma Garnier hat dem ligurischen Grandhotel Angst ein literarisches Denkmal gesetzt – leider mit keinem sonderlich stabilen Fundament.“

Radio und Fernsehen:

Sonja Hartl auf www.deutschlandfunkkultur.de
Die alltäglichen Grausamkeiten
Ottessa Moshfegh: Eileen

dradio.de
Simone Buchholz im Gespräch über „Beton Rouge“

Literaturblogs und Literaturplattformen:

radiergummi.wordpress.com
Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels

Walter Delabar auf literaturkritik.de
Rache im Designpack
Matteo Strukul stellt in „Mila“ eine maßgeschneiderte Heldin vor. Allerdings ist für Mila Gerechtigkeit keine Sache des Rechts, sondern der Rache

www.boersenblatt.net
„Das Blutrünstige überlasse ich den Kollegen“
Interview mit „Oxen“-Autor Jens Henrik Jensen17. September 2017

Krimiblogs:

krimikiste
1508: Roman Klementovic – Immerschuld
1507: Øistein Borge – Kreuzschnitt
1506: Joy Fielding – Solange du atmest
1505: Friedrich Ani – Ermordnung des Glücks
1504: Matthew Costello & Neil Richards: Cherringham – Landluft kann tödlich sein (Folge 3 & 4)
1503: Robert C. Marley – Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

krimirezensionen
Kelley Armstrong | Dunkles Omen
Don Winslow | Corruption
Sophie Bonnet | Provenzalische Intrige
Karin Slaughter | Dreh dich nicht um
James Lee Burke | Schmierige Geschäfte

krimi und mehr
Christine Drews – Nach dem Schweigen
Cathrin Moeller – Mordsacker
Ulrike Busch – Mordsleben
James Lee Burke: Flamingo
Christian Jaschinski – Mörderisches Lipperland

crimenoir
Alex Beer: Der zweite Reiter
Krimi-Bestenliste September: Ein Abgleich
Jo Nesbø: Der Erlöser

krimimimi
Thriller-Steckbrief zu „Geständnisse“ von Kanae Minato
Thriller-Steckbrief zu „Hades“ von Candice Fox

krimilese
Ella Theiss: Duo mit Beretta
Appetit auf Durst – Der neue Harry-Hole-Krimi von Jo Nesbø
Simone Buchholz: Beton Rouge

Krimi-Kritik
Daniel Cole: Ragdoll – Dein lezter Tag
Benjamin Whitmer – Im Westen nichts
Craig Johnson – Longmire – Bittere Wahrheiten

crimealleyblog
+++ Der Vorschau-Ticker – Winter 2017/Frühjahr 2018 – Teil 6 +++
Dark City – The Real Los Angeles Noir
Spuren im Staub
Dark Times in the City
“I want you to believe…to believe in things that you cannot.”
+++ Der Vorschau-Ticker – Winter 2017/Frühjahr 2018 – Teil 5 +++
You can run, but you can’t hide …
+++ Der Vorschau-Ticker – Winter 2017/Frühjahr 2018 – Teil 4 +++

wortgestalt-buchblog.de
Miss Marples Krimitipp im September 20.17
Lieblingsbücher deutschsprachiger Autoren und Autorinnen

media-mania
Bretonisches Leuchten
Der zweite Reiter
Solange du atmest
Corruption

dietipperin.wordpress.com
Rezension: Es geschah im Dunkeln von Carol O`Connell
Rezension: Murder Park von Jonas Winner

derschneemann
Auf ein Getränk mit … David Gray
Hagelkörner #3

KrimiMeldungen 04092017, 14.38 Uhr

Nachrichten:

faz.net
Freie Fahrt ins Dunkle
Die KRIMIBESTENLISTE IM SEPTEMBER 2017

Volker Albers auf www.abendblatt.de
Spannung mit politischer Note
„Von Ingrid Noll bis Jo Nesbø: Unter den Krimiautoren finden sich Stars und interessante Nachwuchsschriftsteller
Bereits zum neunten Mal öffnet das Harbour Front Literaturfestival“

Printmedien online:

Elmar Krekeler auf www.welt.de
Das ist der f… großartigste Roman seit langem
Ottessa Moshfegh: Eileen. A. d. Engl. v. Anke Caroline Burger. Liebeskind, München

Katharina Granzin auf www.taz.de
Zwei Männer, die Faschisten wurden
„Der Block“ von Jérôme Leroy
„In seinem ersten Roman unternimmt Jérôme Leroy eine Reise ins nachtschwarze Herz des französischen Rechtsextremismus.“

Hans Jörg Wangner auf www.stuttgarter-zeitung.de
Mehr Inhalt als Substanz
Øistein Borge: „Kreuzschnitt“
„Ein versoffener Kunstmaler, ein ermordeter Millionär, ein vom Schicksal gebeutelter Kommissar – Øistein Borge geizt in seinem „Kreuzschnitt“ nicht mit Material. Eine Garantie für ein gelungenes Buch ist das freilich nicht.“

diepresse.com
Thriller: Uralt und trotzdem böse
„Nicholas Searle blickt in seinem Debütroman »Das alte Böse« in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele. Reue findet er dort nicht.“

www.spiegel.de/
Mit der Tagesmutter kommt der Tod ins Haus
Psychogramm einer Kindesmörderin
„“Dann schlaf auch du“, der Roman, für den Leïla Slimani den wichtigsten französischen Literaturpreis bekam, beginnt mit dem Alptraum aller Eltern – und sucht dann nach Gründen für das Unbegreifliche.“

Radio und Fernsehen:

Kirsten Reimers auf www.deutschlandfunk.de
Für Gleichberechtigung in der Krimibranche
„Die Hälfte aller Kriminalromane wird von Frauen geschrieben. Und es sind Leserinnen, die Krimis in der Mehrheit konsumieren. Sieht gut aus für die Frauen in der Krimiwelt, sollte man da meinen. Ist aber nicht so. Deshalb wollen Netzwerke wie die „Mörderischen Schwestern“ oder „Herland“ Krimiautorinnen rundum stärken.“

nollerliest
Öko? – Krimi!
Steffen Jacobsen: „Lüge“
Tom Bouman: Auf der Jagd
Antonin Varenne: Die Treibjagd

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Krimiblogs:

krimikiste
1502: Wulf Dorn – Die Kinder
1501: Max Bentow – Das Porzellanmädchen
1500: Rath & Rai – Bullenbrüder
1499: M.C. Beaton – Hamish Macbeth fischt im Trüben

krimirezensionen
Louise Welsh | Das Alphabet der Knochen
Zoë Beck | Die Lieferantin

krimi und mehr
Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Gold
Ulrike Busch – Flaschenpost vom Mörder

crimenoir
Krimis, die man 2017 lesen sollte (VII)
Gudrun Lerchbaum: Lügenland

krimimimi
Krimi-Steckbrief zu „Acht Hercule Poirot Krimis“ von Agatha Christie

krimilese
Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten
Zoë Beck: Die Lieferantin
„Die Zeit des Menschen auf Erden ist kurz und doch voll Leid.“ – Ken Bruen: Brant
(Ein oder) kein kulinarischer Krimi – Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen
Von seltsamen Typen und herrlichen Freizeittipps in Oberhessen
– Berd Köstering: Mörderisches Oberhessen
Friedrich Ani (kann auch anders): Trilogie in Blau
Kristina Ohlsson: Schwesterherz

Krimi-Kritik
Otessa Moshfegh – Eileen
James Lee Burke – Robicheaux-Serie (aktuell: Flamingo)
Estelle Surbranche – So kam die Nacht

crimealleyblog
+++ Der Vorschau-Ticker – Winter 2017/Frühjahr 2018 – Teil 4 +++
This little light of mine …
Eine Zeit in der Hölle

Krimikritiken: Kanae Minato – Geständnisse

Immer diese Sucht nach Anerkennung. Da, wo Liebe verlorengegangen war. Ein dreizehnjähriger Schüler will cool sein, Lob erfahren, will zeigen, dass er eine Sache durchziehen kann und ein anderer Schüler will Anerkennung, weil er seiner Meinung nach eine geniale Idee umgesetzt hat. Leider trifft das grausige Vorhaben die Tochter der Lehrerin, die tot im Schwimmbecken aufgefunden wird. Nicht Ruhm bringt es den beiden Jungen ein, sondern die Rache der Lehrerin und Mutter, die daraufhin ihre gefüllten Milchtüten mit dem HIV Virus infiziert. Am Tage ihres Abschieds von der Schule erzählt sie ihren Schülern von der Tat, ohne genaue Namen zu nennen. Aber jeder weiß, wer gemeint ist. Ein Mobbing beginnt und die beiden Schüler müssen lernen, damit umzugehen.

Jetzt, wo ihnen die Anerkennung von ihren Schulkameraden versagt bleibt, kommen die tieferen Schichten der Selbstsucht zum Vorschein. Auf der Suche nach der Liebe der Mütter wählen sie, je nach den Gegebenheiten, unterschiedliche Strategien aus.

Während Naoki unfähig die Schule zu besuchen, verbringt er die Tage meistens auf seinem Zimmer. Immer in Angst, die Mutter, seine einzige Bezugsperson, durch Ansteckung mit dem Virus zu verlieren. Noch schlimmer wäre es für ihn, wenn die Mutter die Wahrheit erführe. Wenn sie ihn als Looser abstempeln würde, der weder Schule noch einen späteren Karrieresprung auf die Reihe kriegte. Der Sohn begreift, dass er die Erwartungen der Mutter niemals erfüllen kann und wird sie, um weiterleben zu können, vernichten.
Bei Shuya liegen die Dinge anders. Seine Mutter hat ihn und seinen Vater verlassen, um als Wissenschaftlerin ohne die Pflichten der Familie ungestört arbeiten zu können. Shuya will durch intelligente Basteleien die Aufmerksamkeit seiner Mutter erringen. Als dieses Vorhaben nicht zum Erfolg führt, will er durch negative Erwähnung in der Presse die Hingabe der Mutter erzwingen. Als er erkennt, dass beide Absichten nicht gelingen können, dass die Liebe seiner Mutter zu erringen außerhalb seines Vermögens liegt, bleibt ihm nur, seinen Suizid vorzubereiten. Seine Lehrerin verfolgt aber einen anderen Plan.

Anerkennung stabilisiert den emotionalen Zustand von außen. Rache stabilisiert den emotionalen Zustand von innen. Und vielleicht ist es die Lehrerin, die die böseste von allen ist. Die es aufgegeben hat, ihre Schüler zu missionieren oder beschützen zu wollen. Während der Leser versucht, das Verhalten der Schüler ihrer frühpubertierenden Selbstfindungsphase zuzuschreiben, fehlen ihm die Worte für den Rachedurst der Lehrerin. In deren Absicht es liegt, die Existenz der beiden Schüler zu vernichten, indem sie ihnen die Mütter nimmt. Mit der Rechtfertigung, ihr habt mir das Kind genommen, ich nehme euch die Mutter, nach deren Liebe ihr euch so sehr sehnt und womit ihr eure Bosheit legimitiert, wird sie ihren Plan unbarmherzig verfolgen.

Aber es ist nicht allein der japanischen Gesellschaft geschuldet, dass sich solche Monsterkinder entwickeln. Die individuellen Tragödien verlassend, führen uns die Gedanken weiter auf eine systemrelevante Ebene. Wir leben in einer narzisstisch geprägten Gesellschaft, in der wir uns Selfie-Kinder heranziehen, denen jedes Mittel recht ist, Aufmerksamkeit und Spaß zu bekommen, um ihre Egomanie zu befriedigen? Auch die Frage nach den gnadenlosen Wettbewerbssituationen, die Menschen schon früh zerbrechen können, muss in diesem Zusammenhang gestellt werden.

Ich habe vor einigen Jahren den Film gesehen, der nach der Vorlage des Buches gedreht wurde und hatte den Eindruck, dass im Film der Fokus mehr auf die geistige Verwahrlosung gelegt wurde, während im Buch die Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen deutlicher herausarbeitet wurden. Beide, Film wie Buch, hinterließen bei mir einen erschütternden Eindruck.

Und zum Schluss lasst uns über Rache reden. Die meisten Menschen, so nehme ich an, versehen ein Rachemotiv meistens mit einem positiven Beiklang. Ein einmal stark erlittenes Unrecht berechtigt jeden Menschen, dieser Gewaltanwendung in gleichem Maße zu begegnen. Es ist ein tief verwurzelter Gedanke in uns, selbst zu handeln, wenn in dieser Hinsicht Gesetze nicht greifen oder dem Rechtssystem nicht mehr vertraut wird.

Im Buch überrascht, wie umfangreich die Lehrerin ihren perfiden Plan ausheckt. Und es ist eine schmerzliche Erkenntnis, zu erleben, wie sehr sich die Persönlichkeit einer Rächerin verändert. Zuzusehen, wie sie an ihrer Tat zerbricht, wie aus der liebenswerten Person ein fratzenhaftes Wesen wird, hinterlässt einen Bittergeschmack, der bleibt und der die Frage nach einer berechtigten Rache neu aufwirft.

Zwischen den Meinungen „Lasst alle Hoffnung fahren“ oder „Böse Menschen gibt es zu allen Zeiten“ können wir uns entscheiden, wenn wir nach individuellen oder gesellschaftlichen Ursachen suchen. Kanae Minato hat uns ihre düstere Interpretation gezeigt.

Henny Hidden