KrimiMeldungen 16072021, 12.50 Uhr

Nachrichten:

Printmedien online:

KAI SPANKE auf www.faz.net
Madame will ein Kind, Monsieur einen Stall
Colin Niel legt einen fulminanten Krimi vor, der auch von einer vermissten Frau im französischen Zentralmassiv handelt. Im Kern jedoch dreht sich alles um die Frage, ob wir Geschichten brauchen, um überhaupt existieren zu können.

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Wer kann dem Rächer entkommen?
Ein grausamer Gewalttäter will im Thriller «Der Rächer» von Tony Kent alle umbringen, die dazu beigetragen haben, ihn hinter Gitter zu bringen.

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Was hat die tote Frau mit der Militärdiktatur zu tun?
Das Krimidebüt «1981» von Eloísa Díaz spielt an einem einzigen Tag und spiegelt 20 Jahre argentinische Geschichte. Brillant.

Marcus Müntefering auf www.spiegel.de
Sie will Rache – und wenn es das Letzte ist, was sie tut
Für Chris Whitaker ist Schreiben immer auch Selbsttherapie. In seinem neuen Kriminalroman erzählt er davon, wie ein Verbrechen Hinterbliebene ein Leben lang nicht loslässt.

www.morgenpost.de
Elisabeth Herrmann ist heute eine erfolgreiche Krimiautorin und lebt ihre Berufung mit voller Leidenschaft

www.wz.de
Dieser Alpenkrimi kommt aus Köln
Buch Isabella Archan: Drei Morde für die Mördermitzi

www.fr.de
Pause für Hunter – Simon Beckett startet neue Krimi-Reihe
Simon Beckett hat seinen Erfolg vor allem David Hunter zu verdanken. Der forensische Anthropologe ist der Held etwa in „Chemie des Todes“. Doch in seinem neuen Buch muss Beckett ohne ihn auskommen.

Radio und Fernsehen:

www.rnd.de
Die deutsche Krimiliebe: „Kann daran historisch verfolgen, was für Moralvorstellungen galten“
Ein Gespräch mit Medienforscher und „Tatort“-Experte Dennis Gräf von der Uni Passau.

Thomas Wörtche auf www.deutschlandfunkkultur.de
Polit-Thriller mal schön bescheuert parodiert
„Es gibt keine Wiederkehr“ von John Mair spielt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, die Verfolgungsjagden nerven noch mehr als in anderen Romanen und am Ende kommt auch noch ein elitärer Esel. Trotzdem hat es ein kleines Denkmal verdient.

blog.wdr.de/nollerliest
Yanick Lahens und ihr Roman “Sanfte Debakel”: Leben und überleben in Haiti
Leben und Überleben in Port-au-Prince: Yanick Lahens kreist mit ihrem Roman “Sanfte Debakel” durch die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Sphären der Hauptstadt Haitis. Zuletzt schließt sie einen großen Kreis.

blog.wdr.de/nollerliest
Mit Worten schießen – Gary Victor schreibt Krimis in Haiti

blog.wdr.de/nollerliest
Éric Plamondon – Taqawan

www.br.de
Bernhard Aichner, Krimi-Autor

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Alfred Bodenheimer: „Der böse Trieb. Ein Fall für Rabbi Klein“
Rabbi Klein ermittelt in seinem sechsten Fall: „Der böse Trieb“ ist ein süffiger Kriminalroman des Schweizers Alfred Bodenheimer

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Weltkrieg-Krimis sind en vogue: Chris Lloyds „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“ führt ins besetzte Paris

buch-haltung.com
BETH ANN FENNELLY / TOM FRANKLIN – DAS MEER VON MISSISIPPI

talknoir.podigee.io
Talk Noir zu Pascal Dessaint „Verlorener Horizont“

DIETMAR JACOBSEN auf titel-kulturmagazin.net
Drei Biedermänner auf dem Weg zur Hölle
Kate Atkinson: Weiter Himmel

Krimiblogs:

detlef-knut.de
„Dunkle Donau“ von Hilde Artmeier
„RAVNA – Tod in der Arktis“ von Elisabeth Herrmann

Krimi-Kritik
Eloísa Díaz: 1981
Tony Kent: Der Rächer

krimilese
LOUISE PENNY: UNTER DEM AHORN – Der achte Fall für Gamache
Von Leyden, James: Die Vermissten von Tanger

krimirezensionen
Chan Ho-Kei | Die zweite Schwester
Beth Ann Fennelly & Tom Franklin | Das Meer von Mississippi

krimikiste
2089: Tom Voss – Hundstage für Beck

www.booknerds.de
Christian Kuhn – „Nordseedunkel“
Maurizio De Giovanni – Zwölf Rosen in Neapel

Krimikritik: Colin Niel – Nur die Tiere

btr

Nicht nur in Feuilletons werden (alte) weiße Männer verlacht, neuerdings gehören sie auch in Romanen zu den Kunden, über die man sich nicht nur amüsieren, sondern mit denen man auch aufgrund ihrer Schwächen so richtig Kohle machen kann. Man muss sie nicht sehen, man muss sie nicht kennen, das Internet kennt keine Grenzen. Und so kommt es, dass einsame Menschen wegen ihrer romantischen Attitüden zur leichten Beute für afrikanischen Jungs aus der Elfenbeinküste werden.

Es gibt zwar Jungs, die das Geld, das sie verdienen, zurücklegen oder eine Familie ernähren, es gibt aber auch die anderen, denen das Geld zur Selbstdarstellung dient, dem Großtun vor Frauen, die sie beeindrucken wollen und dabei glauben, sie zu lieben. Es kommt noch schlimmer, sie wollen den schnellen finanziellen Erfolg, den sie mit den weißen Männern erzielen, auf jeden Fall erhalten und dabei soll ihnen der böse schwarze Mann helfen. Dieser wird für seine Fürbitte einen schlimmen Tribut fordern.

Das alles gehört zu einem Beziehungsgefüge in dem Buch „Nur die Tiere“ von Colin Niel. Der Autor, der seine Geschichte so eindrucksvoll verwoben hat, entwickelt nicht nur seine Figuren aus dem jeweiligen Umfeld, sondern auch aus den Besonderheiten der persönlichen Entwicklungschancen, die ihnen mitgegeben werden und die mit Blick auf die Realität in den meisten Fällen fester und unabdingbarer sind, als wir uns vorstellen können.

Zwei weiße Männer leben auf einem Hochplateau in den französischen Bergen. Der eine ist Rinderzüchter, der andere Schafzüchter. Einer ist mit einer Sozialarbeiterin verheiratet. Der andere lebt mit seinen Schafen allein. Die Frau des Rinderzüchters hilft den Bewohnern, mit ihrem Leben klarzukommen. Sie kümmert sich um Anträge, Abgaben und gibt auch persönlichen Zuspruch, wenn ihn die vereinsamten Menschen brauchen. Ausgerechnet bei ihrem Ehemann versagt sie. Das liegt nicht nur an ihr, sondern auch an ihrem Ehemann, der nicht nur mit dem Hof überfordert zu sein scheint, sondern auch später resümiert, sie nie geliebt zu haben. Er hat sie geheiratet, weil ihm am Hof mehr lag als an ihr.

Den Schafzüchter trifft es noch härter. Er lebte vorher mit den Eltern zusammen und hat nie gelernt, mit Frauen umzugehen, geschweige sie zu verstehen. Er fühlt sich unwohl in der Gegenwart von lebendigen Frauen. Beide Landwirte leben mit den Tieren, sie kennen ihr Wohlbefinden und ihre Schmerzen. Sie gehen in ihrer Fürsorge auf. Eine große Einsamkeit umgibt sie, eine Leere, die sie nicht füllen können und sie nach Auswegen suchen lässt, die die Geschichte unheilvoll vorantreibt. Ausgangspunkt ist das Verschwinden von Evelyne Ducat, die in den Bergen spazieren gehen wollte und mit den Männern auf diese oder jene Weise zusammentrifft.

Während man große Empathie für die beiden Männer entwickelt, treten bei Evelyne Ducat unsympathische Seiten hervor, die mit ihrem oberflächlichen Liebesleben und ihrer Lebensform zusammenhängen. Und da ist noch Maribe, ihre Geliebte. Als Figur erschaffen, um den Plot zu runden, gibt sie auch in ihrem Schmerz und in ihrem Liebesbegehren eine bestechende Person ab.

In beeindruckender Weise werden die Figuren gegeneinandergesetzt, bis sich alles zu einem großartigen Bild zusammenfügt. Das ist spannend erzählt, ohne die Figuren bloßzustellen. Die Liebe, mit der Niel seine Figuren umgibt, überträgt sich auf den Lesenden und machen das Buch zu einem spannenden Erlebnis.

Das Ende gehört dem Rinderzüchter, der in der Realität angekommen ist, sie aber nicht anerkennen will. Wenn wir wollen, können wir uns auch mit seinem Verhalten den Einstieg in eine neue, zukünftige Welt erklären. In einer von Individualismus und Ich-Stärke geprägten Welt wird der spielerische Umgang in den virtuellen Welten zu einer neuen Erfahrung. Was brauchen wir Menschen, die uns demütigen, verlachen oder übervorteilen, eine KI-Frau oder ein KI-Mann könnten viel effektiver unsere seelischen Bedürfnisse bedienen. Und sie passen sich wunderbar an unser reales Leben an.

KrimiMeldungen 06072021, 10.50 Uhr

Nachrichten:

www.deutschlandfunkkultur.de
Großstadt und Verbrecherjagd
Krimibestenliste Juli 2021
Johannes Groschupfs Berlin-Krimi rückt auf den ersten Platz vor. Neueinsteiger Alexis Schaitkins „Saint X“ spielt in New York, John Mairs wiederentdecktes „Es gibt keine Wiederkehr“ in London. Auch nach Tokio, Paris und Wien entführen die Autoren.

Printmedien online:

KATRIN DOERKSEN auf www.faz.net
Dieser Spion hat eine Schraube locker
Eine der faszinierendsten Romanfiguren der vergangenen Jahre: Der Held in Viet Thanh Nguyens neuem Krimi arbeitet als Maulwurf und verfängt sich im Netz der Pariser Drogenkartelle.

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Thriller aus der «Welt des kommerziellen Feminismus»
Im feministischen Thriller «Perfect Woman» von Andrea Bartz verschwindet in New York die Gründerin eines Frauen-Co-Working-Space auf rätselhafte Weise.

Sylvia Staude auf www.berliner-zeitung.de
Ein ungewöhnliches Thema für einen Kriminalroman, von Friedrich Ani meisterhaft gelöst: Was Männer Frauen antun, weil sie glauben, dies sei ihr Recht.

Cornelia Geißler auf www.berliner-zeitung.de
Welche Bücher für den Urlaub empfiehlt der Krimi-Buchhändler?
Christian Koch, der Inhaber des Hammett am Marheinekeplatz, rät zum Beispiel zu „Berlin Heat“ von Johannes Groschupf.

Katharina Granzin auf taz.de
Gift im Parfümflakon
Eine Miniserie erzählt die Geschichte von Menschen in Salisbury nach dem Giftanschlag auf Ex-Agent Skripal. Die Spannung ist teils fast unerträglich.

GUNDA BARTELS auf www.tagesspiegel.de
Gute Hacker, böse Hacker
In Dirk Reinhardts Cyberthriller „Perfect Storm“ kämpfen junge Netzrebellen gegen Großkonzerne. Ihr Vorbild: Edward Snowden.

Radio und Fernsehen:

FRANK RUMPEL auf www.swr.de
Colin Niel – Nur die Tiere

Annemarie Stoltenberg auf ndr.de
„Caravaggios Schatten“: Raffinierter Krimi von Bernhard Jaumann
In „Caravaggios Schatten“ lässt Bernhard Jaumann Kunstdetektiv Rupert von Schleewitz nun zum zweiten Mal ermitteln. Man fühlt sich wohl als Leserin in diesem sinnlich erzählten Krimi.

Sonja Hartl auf www.deutschlandfunkkultur.de
Tod im Paradies
Das Privileg der richtigen Hautfarbe: Alexis Schaitkin erzählt in ihrem hellsichtigen Kriminalroman „Saint X“ vom ungeklärten Tod einer jungen weißen Amerikanerin auf einer Karibikinsel und von der Ignoranz einer bessergestellten Welt.

Thekla Dannenberg auf www.deutschlandfunk.de
Die zornigen Töchter der Patricia Highsmith
Agatha Christie, Dorothy Sayers, Patricia Highsmith: Frauen beherrschten früh das Mordgeschehen in der Literatur. Ihre eigene Rolle im Kriminalroman war begrenzt – als schöne Leiche oder strickende Amateurdetektivin. Heute ermitteln Kommissarinnen so hartgesotten wie ihre männlichen Kollegen.

www1.wdr.de
Tokio, neue Stadt: Ein literarischer Krimi
Ein mysteriöser Todesfall und 30.000 Verdächtige
Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit
Ein Muss für Fans vom literarischen Krimi

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Sabine Haupt auf literaturkritik.de
Cliffhänger mit Kippmechanismus.
Colin Niel zeigt in „Nur die Tiere“ seinen virtuosen Umgang mit Krimikonventionen

BETTINA SCHNERR auf www.bleisatz.blog
Donna Leon – Flüchtiges Begehren

Sascha Seiler auf literaturkritik.de
Erschütternd unterkomplex
Mit „1981“ legt die Juristin Eloísa Díaz einen halbgaren Kriminalroman vor

CrimeMag: Editorial Ausgabe Juli 2021
Thomas Adcock: ‘Death to America’
Sonja Hartl: Nachdenken über Kriminalliteratur
Else Laudan: Gerne Genre!
Interview mit Mercedes Rosende
TW zur Wiederentdeckung von John Mair
Ulrich Noller porträtiert und interviewt Anthony J. Quinn
Robert Rescue: Des Teufels General
Thomas Wörtche über „Die Idealisten“ von Viet Thanh Nguyen

Bloody Chops Juli 2021 — Kurzbesprechungen von fiction –
Hanspeter Eggenberger (hpe), Ulrich Noller (UN), Frank Rumpel (rum)
und Thomas Wörtche (TW) über:
Johannes Anyuru: Sie werden in den Tränen ihrer Mütter ertrinken
David Diop: Nachts ist unser Blut schwarz
Nava Ebrahimi: Das Paradies meines Nachbarn
Beth Ann Fennelly und Tom Franklin: Das Meer von Mississippi
Tahar Ben Jelloun: Schlaflos
Martin Cruz Smith: Die Spur des Bären
Jessica Barry: Nachtflucht

Krimiblogs:

detlef-knut.de
„Mordsabend“ von Ulrike Busch
„Donau so rot“ von Thomas Baum
„Ein letzter Frühling am Rhein“ von Frank Wilmes

Krimi-Kritik
Andrea Bartz: Perfect Woman

krimilese
Vom Leben und Schlafen eines Todesbeschleunigers. TAHAR BEN JELLOUN: SCHLAFLOS

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Abgehakt | Kurzrezensionen Juni 2021

krimikiste
2088: M.C. Beaton – Hamish Macbeth lässt sich nicht um den Finger wickeln

www.booknerds.de
Bärbel Böcker – Henkersmahl
Anthony Horowitz schreibt Holmes-Hörbücher