Krimikritiken: Karin Neff – Der Junge im Wald

Staatsanwalt Sebastiani befindet sich an einem Tiefpunkt. Er hat den Tod einer Zeugin nicht verhindert und überlegt, von seinem Wohnort Berlin nach Bernburg – Castel an die Mosel, seiner alten Heimat, zu ziehen. Er hofft dort, einen Neuanfang zu finden. Aber auch dort klappt nicht alles, wie es sollte. Die Villa, in die er einziehen wollte, steht unter Wasser, und er muss sich, auf der Suche nach einer neuen Bleibe, mit der Dorfbevölkerung arrangieren. Ein entfernter Verwandter verspricht ihm bei einer Unterkunft behilflich zu sein, aber leider wird er bald darauf ermordet. Auf Bitte seines Sohnes, der unter Verdacht gerät, übernimmt der Ex-Berliner dessen Verteidigung und wird in einen Strudel aus Dorfmachenschaften und mysteriösen, zum Teil sehr bedrohlichen, Ereignissen hineingezogen. Auf den ersten Mord folgt bald ein zweiter, der noch unerklärlicher ist, und ein Junge verschwindet, der mit den beiden Taten in Verbindung gebracht werden kann. Sebastiani sucht Antworten. Dabei hilft ihm die Psychologin Rosalie, die mit seinem Mandanten befreundet ist.
Ihre gemeinsamen detektivischen Anstrengungen passen den offiziellen Ermittlern Emma von Traute und Jörn Greschke oft gar nicht.
Doch am Ende werden alle vier, mehr oder weniger gebeutelt, ihren Teil zur Aufklärung beitragen.

Es dauert einige Zeit, bis die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Beteiligten/ Tatvorgängen klarer werden, aber eine endgültige Lösung des Falles verspricht nur ein Zurückgehen
in die Vergangenheit. Und danach wird das schreckliche Ausmaß des Verbrechens gewahr und kann aufgedeckt werden.
Die Autorin zeichnet in ihrem Krimi ein komplexes Bild über die Motive kriminellen Handelns, auf die man überall, wo es Menschen gibt, treffen kann – also auch in der scheinbaren Idylle.
Erst recht, wenn das Leben der Menschen von Abhängigkeiten und gegenseitigem Wohlwollen bestimmt wird.

Besonders ist der Autorin in einer mannigfaltigen Art und Weise die Darstellung der verschiedenen Charaktere gelungen. So begegnet uns ein interessantes Ermittlerpaar, das nicht nur an der Aufdeckung der Fälle emsig arbeitet, sondern auch an einem Annähern ihrer Beziehung. Das ist originell erzählt und könnte für eine Fortsetzung sprechen.
Überhaupt merkt man der Autorin ihre Berufserfahrung im Film- und Fernsehbereich an, wie das Zusammenführen der einzelnen Fälle zu einem großen Ganzen zeigt.
Vielleicht hätte bei der Anzahl der Akteure ein Namensverzeichnis gutgetan. Der Stil ist gefällig, dem Milieu entsprechend mit einem Schuss dörflichen Pragmatismus und Humor gewürzt.

Wer wird „DER JUNGE IM WALD“ mögen?
Grundsätzlich alle, die sich gerne auf geheimnisvolle Vorgänge stürzen, gute Liebesgeschichten als das Salz in der Story-Suppe betrachten, und die einen spannenden Thriller voller unerwarteter Wendungen zu schätzen wissen.

Henny Hidden

KrimiMeldungen 20052019, 13.30 Uhr

Nachrichten:

Printmedien online:

ROSE-MARIA GROPP auf www.faz.net
Blutwunder tut gut
ITALIEN-SKANDALKRIMI : „Gutmenschen, Kleriker und Geldscheffler verstricken sich in Stefan von der Lahrs Krimi „Hochamt in Neapel“ in aktuelle, aber auch historische Intrigen – wie bei Dan Brown, nur viel intelligenter.“

CHRISTIAN SCHRÖDER auf www.tagesspiegel.de
Aus dem Reich der Toten
„Whodunit, Mystery-Thriller und Kleinstadt-Märchen: James Sallis’ eleganter Kriminalroman „Willnot“ schlägt permanent Haken.“

Radio und Fernsehen:

Cathrin Brackmann auf www1.wdr.de
„Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ von Graham Moore
„Zwei Morde, zwei Amateurdetektive, zwei Welten! So fasst der Klappentext diese gelungene Mischung aus Krimi und historischem Roman zusammen. Und wer schon immer die Geschichten rund um einen der berühmtesten Detektive der Literatur gemocht hat, der wird nicht enttäuscht – auch wenn Sherlock Holmes selbst gar nicht mitspielt“

Christoph Schröder auf www.deutschlandfunk.de
Kein Ruhestand für „den Hundertprozentigen“
Joël Dicker: „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“
„Die Aufklärung eines entsetzlichen Vierfach-Mordes in den sonst so idyllischen Hamptons begründet Jesse Rosenbergs Ruhm als Polizist. Aber hat er vor 20 Jahren den richtigen Täter gefasst? Die junge Journalistin Stephanie Mailer meldet Zweifel an und verschwindet kurz darauf spurlos.“

www.deutschlandfunk.de
„Das ganze Land ist ranzig“
„„Die Monster in Menschengestalt sind auf dem Vormarsch“, sagte Kurt Palm im Dlf, und zielt mit seiner scharfen Kritik vor allem auf die rechtskonservative Regierung in Wien. In seinem neuen Roman erzählt er von einem surrealen Kriminalfall – und sieht ihn als Politgroteske über die Populisten.“
Kurt Palm im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski

Thomas Wörtche auf www.deutschlandfunkkultur.de
Verbrechen und Andacht
Harry Bingham: „Wo die Toten leben“
„Der religiöse Eifer einer wirklich seltsamen Polizistin: Harry Binghams Reihe um Fiona Griffith von der walisischen Kriminalpolizei zeigt auch mit dem fünften Band „Wo die Toten leben“ noch keine Verschleißerscheinungen.“

Hartl, Sonja auf srv.deutschlandradio.de
„Wir brauchen Rätsel“: Sara Gran und ihre philosophischen Kriminalromane

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Alf Mayer auf strandgut.de
Ein Roman über ein Verschwinden und zwei Sachbücher
Josephine Rowe: Ein liebendes, treues Tier (A Loving, Faithful Animal, 2016). Übersetzt von Barbara Schaden. Liebeskind Verlag
Hans-Ludwig Kröber: Mord im Rückfall. 45 Fallgeschichten über das Töten. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Raquel Erdtmann: »Und ich würde es wieder tun.« Wahre Fälle vor Gericht. Fischer Taschenbuch

Barbara Tumfart auf literaturkritik.de
Gier und Habsucht als fundamentale Triebfedern des Menschen
„Ingrid Noll schickt eine alternativ-gutgläubige Studentenclique auf unterhaltsame Weise in die Abgründe des menschlichen Verhaltens“

Dietmar Jacobsen auf literaturkritik.de
Auf der Suche nach dem hellen Licht der Wahrheit
„Im dritten Roman um ihre Ermittlerin Claire DeWitt führt Sara Gran den Leser über zwei Stationen tief in die Vergangenheit dieser grandiosen Figur“

Dietmar Jacobsen auf titel-kulturmagazin.net
Frauenkampftag in Stuttgart
Christine Lehmann: Die zweite Welt

Krimiblogs:

krimikiste
1781: Nina Laurin – Böser als du denkst
1780: Anette Hinrichs – Nordlicht
1779: Simon Mason – Running Girl
1778: Stefan Ahnhem – 10 Stunden tot
1777: Andrew Holland – Highway des Todes
1776: Katrine Engberg – Blutmond

krimirezensionen
Dashiell Hammett | Rote Ernte
Nikos Milonás | Kretische Feindschaft

krimi und mehr
Leonie Haubrich – Nebelherz
Franke/ Kuhnert – Zum Teufel mit den fiesen Friesen
Sabina Naber – Eine Melange für den Schah
Chris Brookmyre: Dein Ende

krimimimi
Die Kurztipps aus Krimi mit Mimi vom Mai 2019
Interview mit Niklas Natt och Dag zu seinem Krimi „1793″
Krimi-Steckbrief zu „Muttertag“ von Nele Neuhaus
„Westwall“ von Benedikt Gollhardt bei Krimi mit Mimi

Krimi-Kritik
Vincent Almendros – Ins Schwarze

crimenoir
André Georgi: Die letzte Terroristin

krimilese
„Vom Mann, der auszog, Goethes Italienreise zu widerlegen“:
Bernd Köstering – Goethespur (Ein Literaturkrimi)
Jung-hyuk Kim – Dein Schatten ist ein Montag

crimealleyblog
+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2019/Frühjahr 2020 – Teil 3 +++
+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2019/Frühjahr 2020 – Teil 2 +++
+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2019/Frühjahr 2020 – Teil 1 +++

KrimiMeldungen 09052019, 14.42 Uhr

Nachrichten:

Niemals mehr Opfer!
„KRIMIBESTENLISTE IM MAI: F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: James Sallis hält die Konkurrenz auf Distanz, gefolgt von der Anführerin einer Latino-Gang und einem einarmigen Privatdetektiv.“

Printmedien online:

Peter Körte auf www.faz.net
Hannibal Lecter heißt jetzt Hans-Peter
Ein kahler Sadist, eine Kindersoldatin, Pablo Escobars Gold und Krokodile: Thriller-König Thomas Harris kehrt nach dreizehn Jahren zurück. Ist „Cari Mora“ so gut wie „Das Schweigen der Lämmer“?

Theresa Weiß auf www.faz.net
Mord an der Croisette
„Eine Kölner Buchhändlerin hat in Cannes ihr Glück gemacht: Als Krimiautorin schreibt sie unter dem Namen Christine Cazon Bestseller.“

Knut Henkel auf www.taz.de
Überlebenskampf in Havanna
„In seinem neuen Krimi lässt Leonardo Padura einen Ex-Polizisten in Havanna ermitteln. Dabei treten die sozialen Gegensätze Kubas offen zu Tage.“

Radio und Fernsehen:

blog.wdr.de/nollerliest/
Aktuelle Kriminalliteratur aus den Vereinigten Staaten

Stefan Keim auf www1.wdr.de
„Der blutrote Teppich“ von Christof Weigold
„Mord im leichtlebigen Hollywood: Christof Weigold vermischt in seinem Krimi „Der blutrote Teppich“ Fakten und Fiktion. Der deutsche Privatdetektiv Hardy Engel ermittelt in einem realen Mordfall aus den 20ern.“

Sonja Hartl auf dradio.de
„Wir brauchen Rätsel“: Sara Gran und ihre philosophischen Kriminalromane

Kirsten Reimers auf www.deutschlandfunk.de
Kate Atkinson: „Deckname Flamingo“ – Kluge Gesellschaftsanalyse in fluffig-sarkastischer Verpackung
„Eine junge Frau in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und der Welt der Spionage: Stoff für eine Schmonzette? Weit gefehlt. Die Romane von Kate Atkinson sind anspruchs- und gehaltvoller, als die kitschigen Cover vermuten lassen. Unter der harmlosen Oberfläche steckt kluge Literatur.“

Tobias Gohlis auf www.deutschlandfunkkultur.de
Tod an der Raststätte
„Joseph Incardona hat seinen Kriminalroman „Asphaltdschungel“ im trostlosen Niemandsland der Autobahnen angesiedelt. Ein außergewöhnlicher Roman über einen Rechtsmediziner, der seine Tochter verloren hat und sich an einem Serienkiller rächen will.“

Literaturblogs und Literaturplattformen:

CrimeMag 05-2019

Thomas Adcock: Drunk on Fear
Thomas Wörtche: Grundsatzvortrag zur Komik im Kriminalroman
Markus Pohlmeyer: Die Trisolaris-Trilogie von Cixin Liu

Ute Cohen: Pierre Lemaitre „Die Farben des Feuers“
Story von Robert Rescue: Kein gutes Opfer
Johannes Groschupf: Nico Walker „Cherry“
Alf Mayer: Interview mit Nico Walker
Carsten Klindt: Street scenes – street crimes

Thomas Adcock: Mueller’s Map
Daniel Kampa: Zur Genese von Kommissar Maigret
Markus Müntefering: Bloody Questions mit Sara Gran
Iris Tscharf: Lou Berney „Destination Dallas“

Thomas Wörtche: Don Winslow „Jahre des Jägers“
Wolfgang Franßen: „Welch schöne Tiere wir sind“ von Lawrence Osborne

Peter Münder: Stefan Appelius „Die Spionin. Olga Raue-CIA Agentin im Kalten Krieg“
Tobias Gohlis: Laudatio zu Susanne Saygin (Stuttgarter Krimi-Preis)

Markus Pohlmeyer: Zur Gattungsfrage der SF – Platon, Science Fiction und Cixin Liu
Claudia Schwartz: Game of Thrones – die letzte Staffel
Peter Münder: 200 Jahre Fontane (Teil 2)

Maria Wiesner: Birds of Passage
Markus Pohlmeyer: Hostiles
Alf: A Private War (über die Kriegsfotografin Marie Colvin)
Beatrice Behn: Burning
Joachim Kurz: Another Day of Life

Schatzsuche: interessante Neuerscheinungen
Krimi-Veranstaltungen
Krimi-Gedicht: The O’Jays – Back Stabbers

Bloody Chops:

Baer, Hennefeld, Horak, Iversen (Hg.): Unwatchable
Veikko Bartel: Mörder. Fälle eines Strafverteidigers
John Carreyrou: Bad Blood
Geoff Dyer: ‘Broadsword Calling Danny Boy’: On „Where Eagles Dare“
Raquel Erdtmann: „Und ich würde es wieder tun“
Irene Götz (Hg.): Kein Ruhestand. Wie Frauen mit Altersarmut umgehen
A.S. Hamrah: The Earth Dies Streaming. Film Writing, 2002 – 2018
Johann Hari: Der Welt nicht mehr verbunden
Jilliane Hoffman: Nemesis
David Joy: Wo alle Lichter enden
Philip Kerr: Berliner Blau
Konrad Paul Liessmann (Hg.): Die Hölle. Kulturen des Unerträglichen
Frank Miller, Alex Sinclair: Xerxes
T. Christian Miller, Ken Armstrong: Falschaussage
Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Alexander Pechmann: Die Nebelkrähe
Andrew Roberts: Feuersturm. Eine Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Marion Schmid: Ausgekocht

Neue Rubrik: Non fiction, kurz

Peter Demetz: Diktatoren im Kino
Miriam Gebhardt: Wir Kinder der Gewalt
Masha Gessen: Vergessen. Stalins Gulag in Putins Russland
Klaus Gietinger: Blaue Junge mit roten Fahnen. Die Volksmarinedivision 1918/19
Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955
Herbert Kapfer: 1919. Fiktion
Gabriel Kuhn (Hg.): Wobblies. Politik und Geschichte der IWW
Jean Lopez, Nicolas Aubin, Vincent Bernard: Den Zweiten Weltkrieg verstehen.
1939 – 1945 in Infografiken
Ignaz Miller: 1918. Der Weg zum Frieden.
Shigeru Mizuki: Auf in den Heldentod!
Shigeru Mizuki: Hitler
Agnès Poirier: An den Ufern der Seine. Die magischen Jahre von Paris 1940 – 1950
Schuldt: Hamburgische Schule des Lebens und der Arbeit

Thekla Dannenberg auf www.perlentaucher.de
Showbiz für Studierte
Kate Atkinson: Deckname Flamingo.
Lizy Cody: Ballade einer vergessenen Toten.

Krimiblogs:

krimikiste
1775: Mary Higgins Clark – Mit deinem letzten Atemzug
1774: Arne Molfenter – Sieh ihn nie an
1773: J. Jefferson Farjeon – Dreizehn Gäste
1772: Mads Peder Nordbo – Eisrot
1771: Vincent Kliesch – Auris (Print)
1770: Alexander Oetker – Zara & Zoë. Rache in Marseille

krimirezensionen
Natasha Korsakova | Tödliche Sonate
Judith Winter | Finsterwald
Christine Grän & Hannelore Mezei | Glück in der Steiermark

krimi und mehr
Kathrin Hanke / Claudia Kröger – Heidefluch
Ingrid Werner – Mordsmäßig Münchnerisch 2
Klaus Stickelbroeck: Blondes Gift

krimimimi
„Die Lüge“ von Mattias Edvardsson bei Krimi mit Mimi
Die Kurztipps aus Krimi mit Mimi vom April 2019
Thriller-Steckbrief zu „Schweigepflicht“ von Jens Lapidus

Krimi-Kritik
Andrew Cartmel – Murder Swing
Ivy Pochoda – Wonder Valley

crimenoir
Attica Locke: Bluebird, Bluebird

krimilese
Es kommt, wie es kommt: Wallace Stroby – Der Teufel will mehr
Sara Gran: Das Rätsel des Pilzgeflechts, das uns manchmal, hoffentlich, auffängt, wenn wir fallen
Das Mysterium hinter dem Mysterium: David Gray – Sherlock Holmes: Der Geist des Architekten
Franziska Franke bringt Sherlock Holmes nach Mainz: Sherlock Holmes und der Mönch von Mainz
Wie es begann mit Chastity Riley: Simone Buchholz – Schweinheim

krimiscout
Peter Heller: The River

frankrumpel.wordpress.com
Jeong Yu-jeong: Der gute Sohn

crimealleyblog
Should I stay or should I go?
Eine Nacht in Hamburg
+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 4 +++

dietipperin.wordpress.com
Rezension: Mord auf Selchester Castle von Elizabeth Edmondson (Hawksworth #2)